Simbach.
Die neue Caritas-Tagespflege LebensGlück in Simbach stellte Leiterin Andrea Kiefl dem lokalen Seniorenclub am Donnerstagnachmittag vor − einige Mitglieder nutzten dabei die Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu besichtigen.
Senioren können halbund ganztags kommen
Los ging es mit einem kurzen Vortrag von Kiefl im Gasthaus Apfelböck. Sie gab dabei einen Überblick über die Angebote der Caritas mit Schwerpunkt auf die neue Einrichtung LebensGlück. Zum LebensGlück solle die Tagespflege sowohl für Senioren als auch deren Angehörige werden. Die Pflegebedürftigen können halb- oder ganztägig im LebensGlück bleiben. Dort finden sie eine Tagesstruktur und Aktivierungsangebote. Ganz wichtig seien etwa gemeinsame Mahlzeiten. Auch könne die Menschen mit Tätigkeiten wie Kochen, Backen oder Wäschezusammenlegen in den Tagesablauf eingebunden werden. Wie Kiefl informierte, gibt es zudem einen Fahrdienst. "Wir holen die Leute daheim ab und bringen sie wieder nach Hause."
Mit der Tagespflege eine Entlastung für die Angehörigen zu bieten, ist ihr sehr wichtig. Diese sollen ihre Liebsten gut betreut wissen mit den Gedanken: "Heute muss ich mir mal keine Gedanken machen." Das Ziel sei, glückliche Stunden für die Gäste der Tagespflege und deren Angehörige zu schaffen.Der Plan:
Friseur, Fußpflege und Gymnastik im Haus
Als Leiterin hat sie weiter große Pläne: "Mein Wunsch wäre, dass beispielsweise einmal im Monat ein Friseur, Krankengymnast und Fußpflege vorbeikommen." Wenn solche Dinge in der Tagespflege stattfinden, sei das auch eine Erleichterung für die Angehörigen, weil sie weniger herumfahren müssen. Um die Pläne zu verwirklichen sucht Kiefl derzeit den Kontakt mit Anbietern von Gymnastik, Fußpflege und Friseuren in der Gegend. Darüber hinaus möchte sie künftig regelmäßig eine Andacht in der Einrichtung realisieren. Auch eine Kinderbetreuung, bei der sich Senioren und Junge miteinander beschäftigen, schwebt ihr vor, "dass da Leben entsteht." Generell möchte Kiefl die Gemeinschaft in Simbach einbeziehen, etwa zu kirchlichen Festen, damit viele soziale Kontakte entstehen. "Das ist meine Wunschvorstellung", sagte sie lächelnd. Sie glaubt dabei an eine Mischung aus verschiedenen Themen, Aktivitäten und Bevölkerungs- und Altersgruppen.
Einen Ort, um ihre Pläne zu verwirklichen, hat Kiefl schon in der Tagespflege: Ein kleiner leicht dekorierter aber ansonsten freier Raum, den sie ihr "Traumzimmer" nennt. Hier könnten zukünftig Friseur- oder Fußpflegetermine stattfinden, erklärt sie beim Rundgang mit dem Seniorenclub. Auch gibt es ein Zimmer mit einem Pflegebett, falls Gäste der Tagespflege nicht mehr so lange sitzen können.
Die Besucher sahen außerdem das Büro, den Eingangsraum mit angrenzender Schließfächern, den Essbereich mit Küche, das Bad sowie das Wohnzimmer mit vielen Sesseln und Sofas.
Die Tagespflege hat am Montag der vergangenen Woche den Betrieb aufgenommen. Es gibt 15 Plätze, von denen bislang einer belegt ist. "Klar brauchen wir mehr Gäste", sagt Andrea Kiefl. Durch einen Tag der offenen Tür habe die Einrichtung etliche Interessenten gefunden. "Die kommen nacheinander zum Schnuppertag." Die offizielle Einweihungsfeier der Tagespflege LebensGlück findet am 1. Juli statt.
Da die neue Einrichtung auch einen Bus mit neun Sitzen hat fragte Seniorenbeauftragter Karl-Heinz Richter Kiefl, ob man damit für Mitglieder des Seniorenclubs eine Fahrt zur Musterausstellung barrierefreies Wohnen ins Donauisar Klinikum nach Landau machen könne. Denn für einige Senioren sei es auf eigene Faust sehr schwierig, dorthin zu kommen. "Auf alle Fälle. Das kriegen wir hin," meinte Kiefl. Für ihren Vortrag erhielt sie kräftigen Applaus von den Senioren.
von Franziska Geer