Landau.
(red) Zum Thema "Demenz vorbeugen" hat Barbara Mittnacht von der Fachstelle für pflegende Angehörige des Caritasverbands Landau pflegende Angehörige, Betroffene und Interessierte empfangen. Nachdem kurz auf den Aufbau, die Regionen und die Funktion des Gehirns eingegangen wurde, ging es um das Vergessen und Erinnern.
Bis zu einem gewissen Grad sei das Vergessen nämlich normal und eine Fähigkeit des Gehirns, es diene als Schutzwall gegen Reizüberflutung. Informationen würden als nicht so wichtig eingestuft und vergessen. Die Erinnerungsfunktion des Gehirns sei ebenfalls abhängig von der Bewertung durch das Gehirn, wie prägend das Ereignis oder die Erfahrung war und mit welchen Gefühlen es einherging.
Nie zu früh, aber auch nie zu spät
Tritt eine Demenzerkrankung auf, wirke sich diese unterschiedlich auf die Fähigkeiten aus, weil in der Regel auch unterschiedliche Regionen des Gehirns betroffen sein können. Herausgestellt wurde, dass es für eine Vorbeugung nie zu früh, aber auch nie zu spät sei. Risikofaktoren wurden benannt, von zu wenig Bewegung und den daraus resultierenden gesundheitlichen Problemen, über Alkohol- und Nikotinkonsum, bis hin zu nicht korrigierten Einschränkungen von Sinnen, vor allem beim Sehen und Hören. Und genauso, wie diese Risikofaktoren wissenschaftlich erforscht sind, zeigen diese auch die Möglichkeit auf, sie zu reduzieren. So könnten bis zu 45 Prozent aller Risikofaktoren selbst reduziert werden. Es liege an den Leuten selbst, Beziehungen und soziale Kontakte zu pflegen, eine Brille oder ein Hörgerät zu tragen, sich zu bewegen und ausgewogen zu ernähren, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten und für ausreichend Entspannung und Schlaf zu sorgen.
Zum Ende appellierte Mittnacht: "Wir können Demenz nicht verhindern, aber wir können einiges tun, um unser Gehirn möglichst lange fit zu halten. Wir haben also sehr viel selbst in der Hand - nutzen wir dieses Wissen."