Landau.
Der Caritasverband Landau hat am Dienstag seinen neuesten Kleinbus für die offene Behindertenarbeit (OBA) segnen lassen. Es hat zwei Jahre gedauert und 60.000 Euro gekostet, bis der Bus, mit dem zukünftig die Klienten gefahren werden, übergeben wurde.
"Wir sind der Aktion Mensch sehr dankbar, denn wir hätten das nicht alleine finanzieren können", erklärte geschäftsführender Vorstand Martin Hohenberger vor der Segnung. Die Aktion Mensch hat für die Beschaffung des Kleinbusses einen Zuschuss von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Vor zwei Jahren wurde das Fahrzeug bestellt, und zunächst konnte der Hersteller nicht liefern. Danach dauerte der Umbau, um den Kleinbus für die OBA nutzen zu können, länger als geplant. Ein wesentlicher Bestandteil der Umbauarbeiten bestand darin, einen Schwenklift im Kofferraum einzubauen, mit dem ein Rollstuhlfahrer in das Fahrzeug gehoben und gesichert werden kann. Dieser wurde zunächst falsch montiert und musste nachjustiert werden.
Nutzung in der Freizeitpädagogik
Das Fahrzeug wird hauptsächlich im freizeitpädagogischen Bereich der OBA genutzt. "Das heißt, unsere Angebote für Menschen mit Handicap, die in der Freizeit, in der Ferienzeit, am Abend oder zu Sportgruppen unterwegs sind, haben jetzt in Zukunft ein adäquates Gefährt", sagte Martin Hohenberger. Mit dem Schwenklift habe man zudem jetzt die Möglichkeit, jemanden im Rollstuhl mitzunehmen.
Mit neun Sitzplätzen kann man damit auch in etwas größeren Gruppen etwas gemeinsam unternehmen. Dies sei auch dringend notwendig, denn die OBA betreut landkreisweit aktuell etwa 90 Klienten. Mit deren Angehörigen kommt man auf über 300 Personen, die von der OBA unterstützt werden, wie Silke Bols erklärte. Dabei erzählte sie auch, welche Ausflüge in den kommenden Wochen und Monaten geplant sind. "Angefangen hat es eigentlich am letzten Samstag mit der Jungfernfahrt nach Passau." Am Dienstagabend ging es nach Dingolfing. Die erste große Fahrt steht von Donnerstag, 11., bis Sonntag, 14. Juni, an. An diesen vier Tagen geht es mit zwölf Personen nach Wien. "Da wird der Wagen auf jeden Fall genutzt." Bei diesem Ausflug werden gleich zwei Rollstuhlfahrer dabei sein, allerdings werden beide vorne sitzen und die Rollstühle zusammengeklappt im Kofferraum mitgenommen werden, und das Dienstfahrzeug der OBA wird auch dabei sein.
Auch, wenn das neue Fahrzeug bereits im Einsatz ist, fehlt noch ein winziges Detail, ein kleiner Ausweis vom Ordnungsamt. "Es ist noch in der Schwebe, ob wir einen Spezialausweis zum Parken bekommen, damit wir überall parken dürfen", erklärte Silke Bols. Für die OBA wäre dies jedenfalls eine große Erleichterung, denn Parkplätze für Menschen mit Behinderung sind nicht nur breiter, was das Ein- und Aussteigen erleichtere, sondern liegen häufig auch sehr zentral.
Von Andreas Flexeder