Passau/Berlin.
(kna) Unter dem Motto "Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen" hat der Deutsche Caritasverband seine Jahreskampagne gestartet. Der katholische Verband wirbt dafür, die unterschiedlichen Lebensalter als gemeinsame Kraft für eine solidarische, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft zu begreifen.
"Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen", sagte Caritaspräsidentin Eva Welskop-Deffaa am Montag in Passau. "Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar." Schließlich seien die großen Herausforderungen nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen.
Als Symbol Schuhpaare auf roten Schuhkartons
Die Kampagne, deren Symbol zwei Schuhe unterschiedlicher Generationen auf rotem Schuhkarton sind, wird mit Veranstaltungen in Passau, Freiburg, Dortmund und Schwerin eröffnet. Im Laufe des Jahres sollen bundesweit 10.000 Schuhpaare auf zu Generationenpyramiden gestapelten roten Schuhkartons die Begegnungsorte der Caritas sichtbar machen.
Zugleich stellt der Verband zum Start der Kampagne seine zentralen Forderungen auf. Er setzt sich ein für Reformen der Sozialversicherungen, eine gute Familien- und Bildungspolitik, die Stärkung des Ehrenamts und der Freiwilligendienste und eine nachhaltige Klimapolitik. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa drängt vor dem Hintergrund steigender Lebenserwartung und längerer Bezugszeiten auf eine grundlegende Rentenreform.
Das derzeitige System sei "dysfunktional" und müsse vom Kopf auf die Füße gestellt werden, erklärte Welskop-Deffaa in einem Interview. Diejenigen, die gesundheitsbedingt früher aus dem Berufsleben ausscheiden müssten, könnten häufig von ihrer Rente kaum leben. Auf der anderen Seite gebe es viele Menschen, die ab einem bestimmten Alter Rente bezögen, aber weiterarbeiten könnten, ohne dass der Verdienst auf die Rente angerechnet werde. Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission müsse solche Ungerechtigkeiten beenden und versuchen, die Glaubwürdigkeit in das System wieder zu stärken. Das könne nur gelingen, wenn die einzahlenden Menschen es begründet als zukunftsfähig und gerecht empfänden. Dabei könne ein Blick zurück auf die Einführung der Rente helfen, so die Caritas-Präsidentin. Der Gedanke sei gewesen, dass das Renteneintrittsalter im Kern eine gesetzliche Vermutung für altersbedingte Erwerbsunfähigkeit gewesen sei. Das sei seit Langem in Vergessenheit geraten. Weiter fordert Welskop-Deffaa, alle Erwerbseinkommen in die Beitragspflicht einzubeziehen, also auch Beamte und Selbstständige.