Landau.
Zur Jahresabschluss- und Weihnachtsfeier hatte der Kreis-Caritasverband Landau am Mittwoch in
den Pfarrsaal von St. Maria geladen.
Im Mittelpunkt standen Dank, Rückblick und die Ehrung langjähriger Mitarbeiter und Ehrenamtlicher. Zuvor hielt geschäftsführender Vorstand Martin Hohenberger eine rund einstündige Rede.
Im Ehrenamt wurden Renate Fischer für 15 Jahre Engagement bei der LanZE im Secondhandladen sowie Juanita Krull geehrt, die seit zehn Jahren in der Offenen Behindertenarbeit tätig ist, insbesondere im vierwöchigen Rhythmus als Schreib- und Zähldienst in der Kegelgruppe.
Im Hauptamt erhielten Angela Waas (30 Jahre) und Irene Zollner (20 Jahre) aus der Hauswirtschaftlichen Versorgung Auszeichnungen als tragende Säulen der Patientenversorgung. Sozialpädagogin Monika Brader ist seit 15 Jahren bei der Caritas, stellvertretende Stellenleiterin der Offenen Behindertenarbeit, verantwortlich für das Jahresprogramm sowie Leiterin der Frauen- und Hallenboccia-Gruppe. Ebenfalls seit 15 Jahren tätig ist Nicole Neuhofer im Sozialpsychiatrischen Dienst mit Schwerpunkt Patientenberatung. Rund 1200 Klienten begleitete sie in dieser Zeit.
Seit 35 Jahren im Dienste der Caritas
Die Sozialstation mit Leiterin Andrea Kiefl ehrte Emma Gedweg für 35 Jahre Caritasdienst. Als Pflegefachkraft steht sie täglich für Erfahrung und Menschlichkeit, überwiegend im Spätdienst für Wallersdorf und Landau. Weiterbildungen absolvierte sie als Pflegeberaterin. "Du bist ein wertvoller Teil der Caritas", sagte Kiefl über sie.
Für 15 Jahre wurden Christine Schuster, Krankenschwester in den Einsatzgebieten Eichendorf und Wallersdorf, sowie Renate Lindinger geehrt. Letztere leitet die Tagespflege "Lebensglück" in Simbach und ist verantwortliche Pflegefachkraft.
"Es dauert etwas länger", leitete Martin Hohenberger seine Rede ein. Er sprach über 15 Dienste und Angebote des Verbandes. Nicht alles passe in eine Rede, betonte er, weshalb er bewusst auf Ausführungen zur wirtschaftlichen Lage oder zu politischen Entwicklungen verzichtete. Stattdessen stellte er Dankbarkeit in den Mittelpunkt. "Ich bin dankbar für euren Einsatz, eure Energie und für das, was ihr täglich leistet", sagte Hohenberger. Vieles sei in Bewegung geraten, vieles schneller geworden. Veranstaltungen, Aktionen und Leuchtturmprojekte seien sichtbar, getragen jedoch von vielen kleinen Schritten. Die Rahmenbedingungen würden vorgegeben, "aber ihr füllt sie mit Leben".
Sozialstation für die Caritas "der größte Pfeiler"
Als größten Pfeiler des Verbandes bezeichnete Hohenberger die Sozialstation. Er nannte Angebote wie Hausnotruf, Hauswirtschaftsdienst, Essen auf Rädern, Beratung und ambulante Pflege. Sein Dank galt stellvertretend der Leiterin Andrea Kiefl und dem gesamten Team: "Ihr macht 365 Tage im Jahr einen harten Job bei Wind und Wetter." Vier neue Fahrzeuge wurden angeschafft. Die Tagespflege in Simbach sei nach anfänglichen Schwierigkeiten durch Entgegenkommen der Vermieter und den Einsatz zweier Mitarbeiterinnen gerettet worden. Sie wird im neuen Jahr fortgeführt.
Weitere Themen waren der Sozialpsychiatrische Dienst, das Tageszentrum Frohsinn und die Landauer Zuverdiensteinrichtung. Als Leuchtturmprojekt nannte Hohenberger den Burger-Stand des Tageszentrums. Die LanZE sei ein starkes Team, das sich ideal ergänze. Der Sozialpsychiatrische Dienst unter Leitung von Sandra Hindelang sei hoch engagiert. Besonders hob Hohenberger eine Veranstaltung mit Prof. Dr. Busch hervor, die große öffentliche Resonanz fand.
Auch die Allgemeine Sozialberatung, die Offene Behindertenarbeit sowie die Flüchtlings- und Integrationsberatung kamen zur Sprache. Letztere sei gesellschaftlich umstritten, die Caritas helfe dennoch: "Wenn Menschen da sind, kümmern wir uns um sie." Die OBA unterstütze Familien stark, getragen auch von vielen Ehrenamtlichen, etwa beim Zeltlager.
Unverzichtbar sei zudem die Zentralverwaltung mit ihrer umfangreichen Organisations- und Abrechnungsarbeit. Den Aufsichtsrat würdigte Hohenberger für sein ehrenamtliches Engagement. "Wir brauchen Sichtbarkeit, damit man nicht an uns vorbeikommt", sagte er.
2026 gibt es gleich mehrere Jubiläen
Mit Blick auf 2026 kündigte Hohenberger zahlreiche Jubiläen an: 30 Jahre OBA, 30 Jahre SpDi und zehn Jahre Flüchtlings- und Integrationsarbeit. Geplant sind Feiern, Ausstellungen, ein "Fest der Kulturen", eine Modenschau der LanZE sowie ein neues Angebot: ein Erste-Hilfe-Kurs für seelische Notfälle. Der dreistündige Kurs soll ab April starten und sei ein Alleinstellungsmerkmal für Ostbayern.
Abschließend sprach Hohenberger über die finanziellen Herausforderungen aller Dienste. Vertrauen sei nötig, ebenso Geduld: Eine Strukturreform stehe an, ein neuer Dienst sei in Planung. Mehr könne er noch nicht sagen, bat aber um ein halbes Jahr Zeit.
Die Antwort aus dem Mitarbeiterkreis folgte prompt. SpDi-Leiterin Sandra Hindelang hob Projekte, Digitalisierung und Öffentlichkeitsarbeit hervor und dankte Hohenberger für seinen Einsatz, seine Energie und seinen Humor. Die Leiterinnen sicherten ihm ihre Unterstützung zu.
von Andrea Luderer-Ostner