Landau.
Mit einem
Sommerfest hat die offene Behindertenarbeit (OBA)
des Kreiscaritasverbandes Landau am Samstagnachmittag ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Bei hochsommerlichen Temperaturen stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Inklusion und Teilhabe.
Den Auftakt bildete eine kurze Andacht in der Kirche St. Johannes, die von Stadtpfarrer August Lindmeier gestaltet und von Theresa Mittnacht musikalisch umrahmt wurde. OBA-Leiterin Silke Bols erinnerte dabei an die Grundidee der offenen Behindertenarbeit. Seit drei Jahrzehnten würden hier Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen. Jeder Mensch sei wie ein Mosaikstein - unterschiedlich in Form, Größe und Farbe. Erst gemeinsam entstehe daraus ein schönes Gesamtbild.
Auch Stadtpfarrer August Lindmeier griff dieses Bild in seiner Predigt auf. Vielfalt und Zusammenhalt machten eine Gemeinschaft stark. Jeder Mensch könne mit seinen Fähigkeiten zum Gelingen des Zusammenlebens beitragen. Gerade die Verschiedenheit der Menschen mache eine Gesellschaft lebendig.
Im Anschluss empfing der geschäftsführende Vorstand des Kreiscaritasverbandes, Martin Hohenberger, zahlreiche Ehrengäste und Unterstützer. Angesichts der hohen Temperaturen zeigte er sich froh, die Grußworte in der Kirche abhalten zu können. Zugleich würdigte er die vielen Menschen, die die offene Behindertenarbeit seit Jahren oder sogar Jahrzehnten ehrenamtlich, finanziell oder politisch unterstützen.
Inklusion und Zeichen der Wertschätzung
Stellvertretend hob Hohenberger zwei Unterstützer besonders hervor. Sein Lob galt Paul Harlander, der die Arbeit der Caritas seit vielen Jahren begleitet und fördert. Ebenso würdigte er Claudia Bickmann von BMW. Deren Personalabteilung unterstützte vor zwei Jahren ein inklusives Zeltlager zunächst mit einer Spende. Am Ende engagierten sich die Mitarbeiter jedoch weit darüber hinaus, übernahmen einen Grillabend und halfen beim Auf- und Abbau sowie bei der Bewirtung. Für Hohenberger ein Beispiel gelebter Inklusion und Wertschätzung. Wertschätzung richtete er außerdem an die Stiftung "Antenne Bayern hilft" sowie an die Stiftung des Straubinger Tagblatts, die das Jubiläumsfest finanziell unterstützt hatten.
Initiative aus dem Jahr 1995 durch Heinrich Trapp
Die heutige offene Behindertenarbeit geht auf eine Initiative aus dem Jahr 1995 zurück. Damals setzte sich eine Selbsthilfegruppe gemeinsam mit dem damaligen Landrat Heinrich Trapp für den Aufbau entsprechender Angebote ein. Zum Jahreswechsel wurde die Einrichtung gegründet und nahm am 1. Januar 1996 ihre Arbeit auf.
Von Beginn an war Silke Bols am Aufbau der OBA beteiligt. Gemeinsam mit ihrem damaligen Kollegen Herrn Vetterl entwickelte sie zunächst mit wenigen Mitarbeitern und überschaubaren Angeboten ein Netzwerk niedrigschwelliger Hilfen für Menschen mit Beeinträchtigungen im gesamten Landkreis Dingolfing-Landau.
Heute umfasst das Angebot Beratung, familienentlastende Dienste, Gruppenangebote sowie Freizeit- und Bildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren. Ziel sei es, Menschen mit Beeinträchtigungen eine möglichst umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Sichtbar werde dies unter anderem durch das jährlich erscheinende Programmheft und die regelmäßigen Informationsangebote des Dienstes.
Würdigung für alle Ehrenamtlichen
Dritte Bürgermeisterin Heike Aichner, würdigte die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Sie würdigte alle, die sich bei der Caritas und darüber hinaus für Menschen mit Behinderung engagieren. Jeder Mensch sei ein Geschenk, unabhängig von seinen Einschränkungen. Die Begegnungen mit den Betroffenen seien für sie persönlich immer wieder bereichernd.
Auch der stellvertretende Landrat Thomas Hieninger überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Jeder Mensch bereichere die Gesellschaft, unabhängig von Herkunft, Aussehen oder Beeinträchtigung. Die offene Behindertenarbeit leiste einen Beitrag dazu, dass Menschen mit Einschränkungen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Hier würden Freundschaften entstehen, gemeinsame Erlebnisse geschaffen und Begegnungen ermöglicht.
Das Jubiläumsfest machte deutlich, wie sehr sich die offene Behindertenarbeit in den vergangenen 30 Jahren zu einer festen und unverzichtbaren Einrichtung im Landkreis entwickelt hat - getragen von haupt- und ehrenamtlichem Engagement sowie dem Gedanken, dass jeder Mensch dazugehört.