Landau.
Barbara Mittnacht, von der Fachstelle für pflegende Angehörige der Caritas Landau
konnte am Mittwoch im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche viele Besucher begrüßen. "Ich freue mich, dass so viele die Gelegenheit nutzen, mehr über das zunehmend wichtige Thema Demenz zu erfahren", meinte sie zu Beginn der Veranstaltung. Chefarzt Dr. Kolbinger vom Zentrum für Altersmedizin am Donau-Isar-Klinikum informierte über das "Leben mit Demenz". Er gab einen Überblick über die häufigsten Formen der Erkrankung, Möglichkeiten der Diagnostik sowie über Risikofaktoren und den Umgang mit demenziell erkrankten Menschen im Alltag. Zu Beginn stellte Dr. Kolbinger die häufigsten Demenzformen vor und erläuterte, wie eine Erkrankung diagnostiziert werden kann. Neben verschiedenen Testverfahren kommen dabei auch bildgebende Untersuchungen zum Einsatz. Eine Demenz ist nach heutigem Stand nicht heilbar. Gleichzeitig werde intensiv an neuen Medikamenten geforscht. Einen entscheidenden Durchbruch gebe es bislang noch nicht, allerdings sei eine gute Richtung in der Forschung erkennbar. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags lag auf den Risikofaktoren. Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum, nicht oder unzureichend behandelte andere Erkrankungen, sowie soziale Isolation können das Risiko für eine Demenzerkrankung erhöhen. Daraus ergibt sich zugleich eine wichtige Erkenntnis: Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil und die Behandlung von Erkrankungen können Risikofaktoren beeinflusst und möglicherweise das Auftreten oder der Verlauf einer Demenz verzögert werden. Betroffene sollten nicht überfordert werden Auch der Umgang mit Menschen mit Demenz wurde ausführlich thematisiert. Angehörige und Betreuungspersonen brauchen vor allem Geduld und Verständnis. Betroffene sollten nicht überfordert werden. Wenn Diskussionen oder das Beharren auf einer bestimmten Sichtweise zu Konflikten führen, kann es sinnvoller sein, abzulenken, anstatt zu argumentieren. Ebenso wichtig ist die emotionale Wertschätzung: Auch wenn sich ein Mensch mit Demenz an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern kann, bleiben Gefühle und Bedürfnisse bestehen. "Man braucht wahnsinnig viel Geduld und man kann nicht jedes Problem lösen", fasste Dr. Kolbinger die Herausforderungen im Umgang mit Demenzerkrankten zusammen. Entscheidend sei es daher, den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen ernst zu nehmen und ihm mit Wertschätzung zu begegnen. Eine weitere wichtige Botschaft des Vortrags: Alter und Demenz sind nicht gleichzusetzen. Dr. Kolbinger wies darauf hin, dass selbst bei den über 90-Jährigen nur 36 Prozent von Demenz betroffen sind. "Nicht jeder ältere Mensch ist oder wird dement", betonte er. Der Vortrag machte damit deutlich, dass Demenz zwar eine große Herausforderung für Betroffene, Angehörige und das gesellschaftliche Umfeld darstellt, gleichzeitig aber Wissen, Prävention und ein verständnisvoller Umgang wichtige Möglichkeiten bieten, mit der Erkrankung umzugehen und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. Martin Hohenberger, geschäftsführender Vorstand, bedankte sich am Ende bei Dr. Kolbinger und allen Teilnehmern und bot an, sich bei weiteren Fragen gerne an die Caritas Landau zu wenden.